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Windenergie

Das Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität

Bremen (BIBA) hat ein System entwickelt, mit dem sich Serviceeinsätze an Offshore-

Windenergieanlagen besser planen und Verluste vermeiden lassen.

Entscheidungshilfe

N

icht stets nur reagie-

ren müssen, sondern

schon vorher agieren

und so Serviceeinsätze bes-

ser planen und Verluste ver-

meiden können. Mit diesem

Problem hat sich das Projekt

›Methoden und Werkzeuge

für die preagierende Instand-

haltung von Offshore Wind-

energieanlagen‹ des BIBA

drei Jahre lang beschäftigt.

Nach erfolgreichen Tests mit-

hilfe eines im Projekt entwi-

ckelten Demonstrators und

anhand realer Daten muss

das System nun noch zur

Marktreife weiterentwickelt

werden. Erste Komponenten

werden bereits im Praxisbe-

trieb erprobt.

Als Projektpartner waren der

Hamburger Windenergiean-

lagenbauer Senvion und der

Oldenburger Softwareent-

wickler SWMS beteiligt. Das

Verbundvorhaben unter Lei-

tung des BIBA wurde vom

Bundesministerium für Wirt-

schaft und Energie (BMWi)

gefördert und vom Projekt-

träger Jülich betreut.

Komplex und teuer

Die Instandhaltung von Off-

shore-Windenergieanlagen

(OWEA) ist sehr komplex und

besonders kostenintensiv,

12

i-Quadrat

| 2.2017

denn sie hängt von zahlrei-

chen Unwägbarkeiten ab, wie

dieses Szenario verdeutlicht:

Wechseln Servicetechniker

vom Schiff auf eine Offshore-

Windenergieanlage,

nennt

man das Überstieg. Zum Bei-

spiel in der rauen Nordsee

sind solche Überstiege be-

dingt durch Wetter- und See-

gangssituation und je nach

Serviceschiffstyp sowie

OWEA-Standort an rund 120

und teils noch mehr Tagen

im Jahr nicht möglich. Bei

den vom Festland aus ver-

sorgten Windparks sind au-

ßerdem vielfach die Gezeiten

zu berücksichtigen.

1

Nach Schätzungen des Bundesverbandes Windenergie machen Service und Wartung bis zu 25 Prozent der Kosten von Offshore-Windparks aus.

2

Ob der

Überstieg vom Serviceschiff auf eine Windenergieanlage möglich ist, hängt von Wetter und Wellen ab.

ManageMent

Zudem kann sich das Wetter

vor Ort auf See schnell än-

dern, und die Serviceschiffe

mit den Technikern an Bord

müssen zurückfahren, bevor

die Arbeiten erledigt worden

sind. Ist das Problem an der

Offshore-Windenergieanlage

dringend, bleibt nur noch ein

teurer Helikoptereinsatz.

Aber auch ein Hubschrauber

kann nicht bei jedem Wetter

fliegen und keine schweren

Lasten transportieren. So

können sich schnell unge-

plante Stillstände in den Off-

shore-Windparks ergeben.

Pro Anlage und Tag und bei

guter Brise kann das schnell

Quelle: Senvion

Quelle: Senvion